Jahresveranstaltung 2025
Text: Susanna Valentin
Am 13. November 2025 fand die Jahresveranstaltung der Offenen Jugendarbeit Zürich statt. Eine öffentliche Diskussion stellte das Thema «Freiräume und Jugend» lebhaft ins Zentrum und regte zum Nachdenken an.
Das diesjährige Thema der Jahresveranstaltung «Freiräume und Jugend» traf offensichtlich auf Resonanz: Im bereits voll besetzten Raum der Photobastei wurden zusätzliche Stühle für die rund 60 Besuchenden auf das Podium ausgerichtet. Dort teilten sich Vasco Stoppa, Co-Leitung OJA Nord, Anne Terrier, Leitung OJA Mobile Jugendarbeit und Johannes Küng, Dozent der Hochschule Luzern am Institut für Soziokulturelle Entwicklung und Vorstand der OJA, zwei einladende Sofas, bereit für die anstehende Diskussion. Diese fügte sich nahtlos in die Ausstellung «45 Jahre Jugendunruhen» im Rahmen des 100 Jahre-Jubiläums der okaj zürich ein, die im Ausstellungsraum der Photobastei einen historischen Blick auf die Ursprünge der heutigen Jugendarbeit bot und sich darum drehte, was auch an diesem 13. November bewegte: Wo finden Jugendliche der Stadt Zürich Raum für sich und wer unterstützt sie dabei, bevor «Züri brännt»?
Bildungsort öffentlicher Raum
Miryam Eser Davolio, Moderatorin der Podiumsdiskussion und Vorstandsmitglied der OJA, nahm im Gespräch die von Heinz Nigg kuratierte Fotoausstellung in ihren Fragen auf und spürte Vergleichen der Geschehnisse der 80-er mit der heutigen Situation nach. «Was passiert, wenn Jugendlichen Platz genommen wird, zeigen die Bilder deutlich», mahnte Vasco Stoppa, «dann werden die Jugendlichen laut. Auch sie haben ein Anrecht zur Nutzung des öffentlichen Raumes.» Anne Terrier erlebt während der Mobilen Jugendarbeit auch das Gegenteil. «Manchmal ist es erschreckend, wie angepasst Jugendliche sind und die Wegweisung von einem Platz einfach hinnehmen.» Dies, obwohl der öffentliche Raum als einer der wichtigsten Bildungsorte für Jugendliche gilt. Johannes Küng betonte zudem, wie schwierig es gerade in der Stadt Zürich sei, Räume zu finden, die noch nicht durch Erwachsene bespielt seien. «Je gestalteter und geplanter, desto unattraktiver sind öffentliche Räume für Jugendliche.»
Freiräume schaffen und erhalten
Dass die Podiumsteilnehmenden sich in ihrer täglichen Arbeit oft und intensiv mit Jugendlichen und ihrem Bedarf nach Freiräumen auseinandersetzen, zeigte sich während des zweistündigen Gesprächs deutlich. Bei den ausschlaggebenden Faktoren für die Nutzung von öffentlichen Räumen für Jugendliche waren sich Anne Terrier, Vasco Stoppa und Johannes Küng einig. Sie dürfen keinem Konsumzwang unterliegen und nicht von Erwachsenen reglementiert werden. Die Schwierigkeit, Räume dieser Art in einer Stadt wie Zürich für Jugendliche zu finden und zu bewahren, wurde im Laufe des Abends immer deutlicher. Es zeigte sich aber ebenso klar, dass die OJA sich auch in Zukunft für den Wunsch nach Freiraum ihrer Zielgruppe – Jugendliche der Stadt Zürich – einsetzt.

