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Die OJA nimmt Platz für Jugendliche

Text: Susanna Valentin

Zum achten Mal initiierte die Kantonale Kinder- und Jugendförderung (okaj) im Zeitraum vom 19. bis 28. Juni 2026 die Nimm-Platz-Aktion im Kanton Zürich. Die OJA beteiligte sich mit vier Teams.

Seit 2018 organisiert die okaj die Nimm-Platz-Aktion, an der sich Fachstellen der Offenen und Mobilen Kinder- und Jugendarbeit beteiligen können. Ziel ist es, auf die Bedeutung des öffentlichen Raums für Kinder und Jugendliche sowie auf die präventive Wirkung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aufmerksam zu machen. Im Jahr 2026 fand die Aktion in 40 Züricher Gemeinden statt, die Beteiligung war so hoch wie noch nie. Mit dabei waren auch vier Teams der Offenen Jugendarbeit Zürich: die Teams Mitte, West und Nord und die Mobile Jugendarbeit.

So setzten vier OJA-Teams die Aktion um:

Team OJA West

Gesprächsimpulse erleichterten den Einstieg in Gespräche zwischen Quartierbewohnenden unterschiedlichen Alters, die zahlreich am Aktionsort unter dem höhergelegten Bau des Jugendtreffs Wiedikon vorbeikamen. «Da der Jugendtreff Wiedikon sehr zentral liegt, kamen viele Personen vorbei, die sich spontan für unsere Aktion und die Jugendarbeit interessierten», erzählt Filmon Kidane, Jugendarbeiter im Team OJA West. Gleichzeitig fand der Chreis-Flohmi statt, der zusätzliches Publikum anzog. Eine Chill-Lounge und Kartenspiele sorgten zudem für Gemütlichkeit und Unterhaltung.

Bereits vor der Durchführung am 27. Juni stellte das Team in zwei Jugendtreffs im Kreis 3 und 4 Quartierkarten auf, die Jugendliche dazu einluden, ihre Sicht auf das Quartier festzuhalten: Wo hältst du dich gern auf? Wo trefft ihr euch? Wo fehlt es an Möglichkeiten? Wenn du etwas ändern könntest, was wäre es? Die Antworten wurden mit Post-Its festgehalten. «Die Jugendlichen freuten sich, ihre Wünsche und Bedürfnisse zum Quartier einbringen zu können», ist Filmon Kidane überzeugt. Nun, nach der erfolgreichen Durchführung, wertet er die Rückmeldungen aus und lässt sie in die weitere Arbeit in den Quartieren einfliessen.

Team OJA Mitte

Am Mittwoch, 24. Juni, verwandelte sich der Röschibachplatz in Wipkingen in eine kleine Jugendlounge. Liegestühle, Teppiche und ein Tisch sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Eine Kühlbox mit Getränken, Musik, Spiele sowie eine Hotdog-Maschine machten den Platz zusätzlich attraktiv. «Der Röschibachplatz hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Durch Angebote wie die Gelateria wird er heute auch von vielen Erwachsenen genutzt», erzählt Helena Auchli, Jugendarbeiterin im Team OJA Mitte. «Umso wichtiger ist es, mit Aktionen wie „Nimm Platz“ dafür zu sensibilisieren, dass auch Jugendliche Freiräume brauchen.»

Der Platz war gut besucht, viele Jugendliche kannten die drei Mitarbeitenden vor Ort bereits. «Es entstanden viele Gespräche, der Bedarf dafür war gross», fasst Helena Auchli zusammen. Schule, Lehrpersonen, Freundschaften gehörten ebenso zu den Themen wie die Frage, welche Orte Jugendlichen im Quartier zur Verfügung stehen. Parallel zur Aktion waren weitere Jugendarbeitende des Teams im Treff im Kreis 6 und aufsuchend im Quartier unterwegs.

Team OJA Nord

«Da bei Auzelg in Schwamedingen bald der OJA-Bauwagen stehen wird, wollten wir mit der Nimm-Platz-Aktion auch gleich auf diesen Standort aufmerksam machen», erzählt Yasmin Drissi, Jugendarbeiterin Team OJA Nord. Da an der Endstation der Tramlinie jedoch gebaut wurde, musste das Team von diesem Platz absehen und eine neue Lösung für die Durchführung der Aktion am 19. Juni suchen. Die Wahl fiel auf den Leutschenbach, wo es beim Hunzikerareal immer wieder zu Nutzungskonflikten zwischen Anwohnenden und Jugendlichen kommt.

Mit einem Sofa und ausgelegten Teppichen sollte ein kleines Aussenwohnzimmer entstehen, das Begegnungen und Gespräche ermöglicht. «Gerade in konfliktbehafteten Gebieten ist es sinnvoll, die Bedürfnisse der Jugendlichen zu kennen, um darauf reagieren und Konflikte entschärfen zu können», betont Yasmin Drissi.

Die Aktion musste jedoch wegen des heftigen Sturms, der an diesem Tag über Zürich zog, aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Stattdessen war das Team im Jugendtreff Schwamendingen präsent und bot den zahlreichen Jugendlichen einen sicheren Aufenthaltsort, bis das Unwetter vorüber war.

OJA Mobile Jugendarbeit

Auf dem Platzspitz war während der Aktionswoche Kunst im öffentlichen Raum ausgestellt. Diese Gelegenheit nutzte das Team der Mobilen Jugendarbeit für eine Kooperation mit der Stadt Zürich: Ein Kunstwerk beim Musikpavillon wurde für die Nimm-Platz-Aktion kurzerhand in einen gemütlichen Treffpunkt im Freien verwandelt. «Wir dekorierten das Bambuskonstrukt, richteten eine Sofaecke und eine Kreativecke ein, in der Mandalas ausgemalt werden konnten», erzählt Yasmine, Jugendarbeiterin Team Mobile Jugendarbeit. Die Mandalas waren zuvor von Jugendlichen selbst gestaltet worden. Snacks, kalte Getränke und Wassermelone machten die OJA-Lounge an diesem heissen Sommerabend am 27. Juni zusätzlich attraktiv.

Das Team war nicht nur mit der Nimm-Platz-Aktion präsent, sondern auch aufsuchend unterwegs. Insgesamt wurden 104 Begegnungen notiert, eine beachtliche Zahl, selbst für einen Sommerabend. Auf einem Flipchart konnten Jugendliche aufschreiben, was ihnen im öffentlichen Raum und insbesondere am Platzspitz wichtig ist. «Es wurden Sitzplätze und eine Grillstelle aufgeführt, aber auch Licht und Überdachungen, um sich vor den Wettereinflüssen schützen zu können», fasst Yasmine zusammen. «Es war spannend zu erfahren, wie Jugendliche diesen Ort erleben und was sie sich für seine Nutzung wünschen.»

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